Hi, ich bin Janine.
Fotografie war für mich schon immer eine Art, die Welt zu beobachten.
Noch bevor Menschen zum Mittelpunkt meiner Bilder wurden, habe ich vor allem stille, versteckte Dinge fotografiert: Lichtstimmungen, Perspektiven, Räume, kleine Details, Situationen, die im Vorbeigehen oft niemand bemerkt.
Als 2021 meine Tochter geboren wurde, hat sich meine Fotografie noch einmal verändert. Plötzlich wollte ich nicht nur einfach schöne Dinge festhalten, sondern Erinnerungen spürbar machen.
Seitdem fotografiere ich viel mehr das, was zwischen den eigentlichen Momenten passiert. Nähe, Bewegung, Müdigkeit, kleine Gesten, Chaos, Routinen…
Vielleicht liebe ich dokumentarische Familienfotografie genau deshalb so sehr. Weil sie Raum lässt für all diese Dinge, die man im Alltag oft erst später vermisst. Weil niemand funktionieren oder etwas darstellen muss. Besonders Kinder dürfen bei mir einfach sie selbst sein – laut, wild, schüchtern, verträumt oder alles gleichzeitig. Ich glaube nicht, dass echte Erinnerungen entstehen, wenn jemand von außen vorgibt, welche Kleidung ihr anziehen, wo ihr hinschauen oder wie ihr euch bewegen sollt.
Wenn ich euch begleite, halte ich mich im Hintergrund, beobachte und greife so wenig wie möglich ein. Gleichzeitig werde ich ein Teil von euch, bin mittendrin statt außen vor oder gar von oben herab. Dann entstehen genau die Bilder, die sich später wirklich nach euch anfühlen.